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Loslassen im Alltag: das kleine Nein

Loslassen beginnt oft leiser, als wir denken. Weder in Meditationen oder Ritualen, sondern in alltäglichen Momenten, in denen du entscheidest, was du nicht mehr mittragen willst.

09.11.2025

Dauer: ca. 10 Minuten

Übung:

Diese Übung kannst du immer dann anwenden, wenn dich etwas im Alltag emotional aufwühlt, eine Nachricht, ein Kommentar, eine Erinnerung, ein Blick. Sie hilft dir, innezuhalten, bevor du reagierst und erst einmal bei dir anzukommen.

1. Wahrnehmen

Du bekommst eine Nachricht, die dich früher sofort beschäftigt oder aufgewühlt hätte. Vielleicht spürst du, wie dein Herz schneller schlägt oder wie Gedanken sofort loslaufen. Tu diesmal nichts. Atme nur tief ein und wieder aus.

2. Spüren

Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper. Was fühlst du gerade?
Druck in der Brust? Wärme?
Spannung? Leere?
Nimm es wahr, ohne es etwas zu tun.
Sag innerlich:

„Ich merke, dass mich das gerade berührt."

Allein dieser Satz schafft Abstand und gleichzeitig Nähe zu dir selbst.

3. Raum geben

Wenn du magst, leg kurz dein Handy beiseite. Steh auf, trink etwas, schau aus dem Fenster.
Spür, wie der Moment sich verändert, wenn du ihn nicht sofort mit Reaktion füllst.

Dann entscheide: Willst du später antworten? Oder vielleicht gar nicht? Beides ist in Ordnung.

4. Nachspüren

Atme noch einmal tief aus.
Frag dich:

„Was brauche ich jetzt wirklich?"

Vielleicht ist es Ruhe. Vielleicht Klarheit. Vielleicht nur Stille.

Erlaube dir, dass Loslassen auch so aussehen darf: Nicht als großer Schritt, sondern als kleiner Atemzug zwischen Impuls und Antwort.