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Loslassen heißt nicht verdrängen, sondern sich zu befreien

09.11.2025

Lesedauer: ca. 2 min

Manchmal glauben wir, Loslassen hieße, aufzugeben. Doch in Wahrheit bedeutet es, den Kampf gegen das Unveränderliche zu beenden, nicht aus Schwäche, sondern aus innerer Klarheit. Loslassen ist kein Vergessen, sondern ein Wiederfinden: von Ruhe, von Selbstachtung, von Freiheit.

Verdrängen ist Wegschieben, um nicht zu fühlen

Verdrängung bedeutet, dass ein Gedanke, ein Gefühl oder eine Erinnerung (bewusst oder unbewusst) unterdrückt wird, weil sie zu schmerzhaft, bedrohlich oder überfordernd ist.

Man schiebt sie in eine Art inneren Keller: Man weiß (bewusst oder unbewusst), dass da etwas ist, aber man will es nicht sehen, nicht fühlen, nicht spüren.

Kurzfristig schützt das, denn unser Gehirn nutzt es als Selbstschutz. Langfristig kann es aber körperlich und seelisch belasten, weil unterdrückte Emotionen oft indirekte Wege zurückfinden, etwa als Anspannung, Gereiztheit, Schlafprobleme, Angst oder psychosomatische Beschwerden.

Verdrängen bedeutet: Fühlen vermeiden. Es ist ein „Weg-von"-Mechanismus. Weg von dem, was weh tut.

Distanzierung ist Fühlen dürfen, ohne darin zu versinken

Distanzierung heißt dagegen: Ich erkenne mein Gefühl an, aber ich bin nicht mein Gefühl. Ich beobachte es, statt mich darin zu verlieren.

Zum Beispiel:

„Ich spüre Wut." statt „Ich bin wütend."

Distanzierung entsteht durch Bewusstheit und Achtsamkeit. Man erlaubt dem Gefühl, da zu sein, aber man lässt es auch wieder gehen, wie eine Welle, die kommt und geht. Das fördert Selbstregulation und emotionale Reife.

Distanzierung ist kein Abwehrmechanismus, sondern ein Akt von Selbstmitgefühl: Ich erlaube mir, zu fühlen, aber ich lasse mich nicht von diesen Gefühlen steuern.

Distanzierung bedeutet: Fühlen zulassen, ohne sich darin zu verlieren. Es ist ein „Hin-zu"-Mechanismus – hin zur Selbstwahrnehmung, hin zur Ruhe.

Fazit:

Loslassen heißt nicht, etwas zu vergessen oder kleinzureden. Es bedeutet, anzuerkennen, was war und den inneren Kampf dagegen zu beenden.

Verdrängen schließt Türen. Distanzierung öffnet sie – hin zu mehr Klarheit, Selbstmitgefühl und innerem Frieden.

Anders gesagt: Loslassen beginnt dort, wo wir aufhören, Gefühle zu bekämpfen und anfangen, ihnen mit offenen Armen zu begegnen.

Wenn Du magst, begleite ich dich dabei. Melde dich gern!